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Internationale Theaterwerkstatt

 

Die Internationale Theaterwerkstatt ist eine neue Veranstaltungsreihe des Festivals THEATERFORMEN. Einerseits stellt sie den Zuschauern eine Reihe ungewöhnlicher Theaterentwürfe aus aller Welt vor. Andererseits gibt sie jungen Künstlern und Künstlerinnen aus dem In- und Ausland Raum für gemeinsames Arbeiten und Experimentieren in Workshops und Seminaren.

CULTURE IS OUR WEAPON ist das Thema der Internationalen Theaterwerkstatt 2007 in Hannover.

Eingeladen sind Künstler, die sich in ihren jeweiligen kulturellen communities mit den gesellschaftlichen Umständen vor Ort auseinander setzen und diese durch ihre künstlerische Arbeit aktiv verändern. So unterschiedlich die Ausgangspunkte sind, so unterschiedlich sind auch die künstlerischen Herangehensweisen. Dazu zählen unter anderem soziologisch wissenschaftliche Recherche, die Wiederentdeckung klassischer literarischer Stoffe und die Aufzeichnung von Gedankenprotokollen. Immer jedoch nehmen Arbeitsprozess und Ergebnis direkten Bezug auf eine konkrete, als Missstand empfundene Situation.

Prägnantestes Beispiel dafür ist die Künstlergruppe AfroReggae aus Rio de Janeiro, die durch die Gründung von Werkstätten in Elendsvierteln eine soziale Bewegung ins Leben rief, die mittlerweile ganz Brasilien erfasst hat. In ihrer Show mit Dokumentarmaterial, Songs, Musik und Tanz erzählen die Künstler ihre Erfolgsgeschichte. In Hannover werden die Künstler mit Jugendlichen aus verschieden Jugendzentren einen eigenen Beitrag zu ihrer Theater-Show erarbeiten. In Kapstadt hat sich die junge Autorin Lara Foot Newton in einem für das südafrikanische Theater einzigartigen Prozess aus Recherchearbeit und Stückentwicklung mit der sich stetig vertiefenden Kluft zwischen den Ethnien im Vielvölkerstaat beschäftigt. Das mit Unterstützung des Festivals THEATERFORMEN entstandene Stück wird in Hannover seine Uraufführung erleben.

Weiterhin sind an der Internationalen Theaterwerkstatt Partner aus Australien, Großbritannien, Kanada, Russland, den USA und Usbekistan sowie zahlreiche Institutionen aus der Region Hannover beteiligt. Die Internationale Theaterwerkstatt wird aus Mitteln der Kulturstiftung des Bundes, der TUI Stiftung und der Stiftung Kulturregion Hannover gefördert.

 

Workshops

 

Pfeil  AfroReggae – Eine Werkstatt urbaner Kreativität

10. bis 20. Juni

Percussion, Choreographie, Instrumentenbau
Workshop mit Musikern der Band AfroReggae BRASILIEN

In Zusammenarbeit mit: Fachbereich für Jugend und Familie der Stadt Hannover, Haus der Jugend, Jugendzentrum Mühlenberg, Jugendzentrum Döhren in Kooperation mit Hip Hop Community e.V.,
Jugendzentrum Bunker/Vinnhorst, Jugendzentrum Posthornstraße, Jazzcombo des Polizeimusikkorps Niedersachsen unter der Leitung von Heinz Alberding. Unterstützt durch: Stiftung Kulturregion Hannover und TUI Stiftung.

Die Band AfroReggae steht gleichermaßen für künstlerische Virtuosität und soziale Wirkung. Seit 1992 ist die Organisation in den Favelas von Rio de Janeiro aktiv, um als „Krieger für den Frieden“ den sozial und politisch ausgegrenzten Kindern und Jugendlichen in den brasilianischen Elendsvierteln eine Alternative zu Gewalt und Drogenkriminalität zu bieten und ihnen damit eine Zukunft zu geben. Kultur ist dabei sowohl Mittel als auch Ergebnis eines sozialen und individuellen Entwicklungsprozesses. Mit ihrer Musik, die durch treibende Rhythmen und sozialkritische Texte das Publikum mitreißt, hat die Band internationale Bekanntheit erlangt. Im Vorfeld der beiden Vorstellungen im Schauspielhaus werden vier Percussionisten der Band mit Jugend lichen aus verschiedenen Jugendzentren in sozialen Brennpunkten Hannovers Workshops in
Percussion, Bewegung und Instrumentenbau durchführen. Weiterhin werden Musiker des Polizeimusikkorps Niedersachsen an den Workshops beteiligt sein. Im Rahmen der AfroReggae-Shows in Hannover werden alle Teilnehmer auf der Bühne des Schauspielhauses auftreten.

 

Pfeil  2b theatre company – Das Zeremonielle des Theaters sachlich betrachtet

17. bis 21. Juni

Szenisches Schreiben/Recherche
Workshop zur Arbeitsweise der 2b theatre company KANADA

In Zusammenarbeit mit: schauspielhannover, Institut für Medien und Theater der Stiftung Universität Hildesheim.

Die 2b theatre company erforscht in ihren Inszenierungen nichts Geringeres als das Leben. Dabei geht es genauso um Neurowissenschaft wie um den Tod, immer aber um die großen Fragen, die allgemeingültig sind im Leben der Menschen. Die Theateraufführung ist mehr als ein Kunsterlebnis, sie wird zu einem gemeinsamen Erlebnis von Aufführenden und Zuschauern. Die Nähe der Darstellenden und die Unmittelbarkeit des Dargestellten machen aus der Vorstellung einen feierlichen, zelebrierten Moment. Die 2b theatre company erarbeitet ihre Texte und Stücke anhand von Recherche und Improvisationen, die in Szenen umgesetzt, immer wieder überprüft und auf den inhaltlichen und ästhetischen Kern destilliert werden. In einem Workshop mit jungen Theaterschaffenden und Studierenden des Fachbereichs Theater aus der Region stellen der künstlerische Leiter Christian Barry und die Schauspieler Michelle Monteith und Steven McCarthy ihre Arbeitsmethode vor und erarbeiten mit den Teilnehmern einen eigenen szenischen Entwurf, der am Ende des Workshops präsentiert wird.

 

Pfeil  Back to Back Theatre – Das ganz normale Theater Anderer

20. und 22. Juni

Theaterworkshop und Seminar mit Bruce Gladwin und Ensemblemitgliedern des Back to Back Theatre AUSTRALIEN

In Zusammenarbeit mit: Projekttheater Klatschmohn, Theaterpädagogisches Zentrum Hannover, Sozialpädagogisches Institut der Universität Hannover, Theatergruppe der WfbM (Werkstatt für behinderte Menschen) der Behindertenhilfe Berkhöpen-Burgdorf GmbH, Theatergruppe der Pestalozzi-Stiftung Burgwedel, Integrative Theatergruppe des Theaters Hameln.
Unterstützt durch: Klosterkammer Hannover.

Die Besonderheit der Arbeit des Back to Back Theatre liegt zum einen in den Ensemblemitgliedern, professionelle Schauspieler mit „geminderter Intelligenz“, vor allem aber darin, dass diese nicht als Behinderung, sondern als Bereicherung verstanden wird. Denn die Schauspieler haben eine eigene, einzigartige und oft subversive Sichtweise auf die „normale“ Welt und die herrschenden sozialen Zustände.

So entstehen Inszenierungen, die das „Normale“ nicht als gegeben, sondern als gemacht beschreiben und die Frage nach dem Wert des Menschen in unserer heutigen Gesellschaft neu aufwerfen. In einem Improvisationsworkshop wird Bruce Gladwin, künstlerischer Leiter des Back to Back Theatre, gemeinsam mit Ensemblemitgliedern die Arbeitsweise der Gruppe vermitteln. Der Workshop richtet sich an Menschen mit „geminderter Intelligenz“ aus der Region, die bereits Theatererfahrung haben. In einem Seminar wird Bruce Gladwin die Arbeitsweise des Back to Back Theatre interessierten Fachleuten aus den Bereichen Sozialpädagogik, Theaterpädagogik, Medizin oder Pflege vorstellen. Diese Veranstaltung ist öffentlich. Voranmeldung erbeten unter welcome(at)theaterformen.de