26.03.2020

Alles anders

Liebes Publikum,

wie so viele andere arbeitet auch das Festivalteam derzeit im Homeoffice. Wir connecten uns via Skype, Slack, Trello, Telegram und per Telefon und Mail. Wir starten unsere Arbeitstage mit einer täglichen Video-Teamsitzung in der Früh. Alles anders, alles neu – aber es läuft. Wie es ist, in Zeiten von Corona ein Festival vorzubereiten, hat Martine Dennewald kürzlich Stefan Gohlisch von der hannoverschen Neuen Presse im Telefoninterview berichtet.

Folgend ein Auszug aus dem veröffentlichten Interview vom 20.03.2020 :

Stefan Gohlisch, Neue Presse:
Wie bereitet man in Zeiten wie diesen ein internationales Festival vor?

Martine Dennewald:
Wir wissen nichts. Wir wissen nicht, was im Juli sein wird, auf ganz vielen verschiedenen Ebenen nicht. Es geht bei uns auch nicht nur darum, wie dann die Situation in Deutschland und Braunschweig ist, sondern, weil wir international sind, um Fragen wie: Dürfen Menschen überhaupt einreisen? Was ist mit den Spielstätten? Wie lange im voraus behandeln die deutschen Botschaften in den jeweiligen Ländern Visumsanfragen? Im Augenblick nämlich nicht. Was werden, wenn das Festival denn stattfinden kann, die Auflagen zu Versammlungen – nur 500 oder vielleicht nur 100?

NP: Was heißt das für Ihre Arbeit? Bereiten Sie das Festival so vor, als würde es wie geplant stattfinden? Oder arbeiten Sie parallel an diversen Notfallplänen?

MD: Die Notfallpläne mache ich immer nachts. Mein Auftrag ist, dieses Festival bestmöglich durchzuführen, und deswegen arbeiten wir im Moment an der bestmöglichen Variante. Und wir werden uns anpassen, wenn wir uns anpassen müssen.
(.....)
NP: Lassen Sie uns ein wenig in die Zukunft schauen. Es gibt Soziologen und Zukunftsforscher, die glauben, dass – wenn diese Zeit einen positiven Effekt haben wird – den Menschen einiges klar wird: dass man Visionen braucht jenseits der Marktlogik, ein neues Miteinander, eine neue Wertschätzung für die Kultur. Teilen Sie diese Hoffnung?

MD: Ja, ich teile diese Hoffnung, denn sonst wäre es schwierig, weiter zu machen. Ich kann nicht sagen, was das konkret bedeutet. Aber wir haben die Chance, auf das, was jetzt passiert, zu reagieren und zwar nicht mit den Methoden von vorgestern. Wie diese Zukunft auch des Theaters aussehen wird, ist allerdings sehr schwer abzusehen.

Das ganze Interview vom 20.03.2020 lesen Sie auf der Homepage der Neuen Presse.

Festivalzentrum 14 23