24.04.2020

A SEA OF ISLANDS

Liebes Publikum,

gemeinsam mit unserem Beirat haben wir gestern entschieden, dass das Festival Theaterformen in diesem Jahr nicht in seiner ursprünglich geplanten Form stattfinden kann. Nicht nur die in den kommenden Wochen zu erwartenden Umstände, sondern auch die Beschränkungen der Reiseaktivitäten, die zur Vorbereitung und Durchführung des Festivals in Braunschweig notwendig sind, machen es unmöglich, ein internationales Festival analog zu veranstalten. Rund 170 Künstler*innen aus 17 Nationen wären beteiligt gewesen an der im Juli geplanten Festivalausgabe. Verschieben können wir aus dispositionellen und personellen Gründen nicht.

Auch wenn wir bis zuletzt gehofft hatten, eine Live-Version in Braunschweig umsetzen zu können, haben wir in den letzten Wochen parallel an einer alternativen Variante gearbeitet, die wir gestern dem Beirat vorgestellt und für die wir grünes Licht bekommen haben. Das ist eine kleine Sensation und nicht selbstverständlich. Wir freuen uns sehr, weiter mit unseren daheimgebliebenen Künstler*innen arbeiten zu dürfen und Ihnen auch in 2020 etwas bieten zu können:  

Unter dem Arbeitstitel A SEA OF ISLANDS planen wir ein Festival zu räumlicher Isolation und globalem Zusammenhalt mit Kunst, Diskurs und interaktiven Formaten – virtuell, für Zuhause und auf Abstand. Wir wollen professionell produzierte, eigens für die Ausgabe 2020 künstlerische Formate erarbeiten. Einen Teil des Festivals kippen wir quasi von der theatralen in die digitale Dimension. Künstlerisch müssen wir mit dem Verlust des Live-Erlebnisses leben, das durch nichts zu erstzen ist. Bei der inhaltlichen Qualität wie der professionellen Umsetzung des Festivals müssen wir jedoch keine Abstriche machen. Ob darüber hinaus einige installative Arbeiten in Braunschweig realisiert und für Besucher*innen geöffnet werden können, ist noch zu klären.

Eigentlich hätten wir im 30. Jubiläumsjahr 2020 unter dem Motto TURN OF THE TIDE 18 internationale Gastspiele, die mit gleich vielen verschiedenen Inseln in Verbindung stehen präsentiert: Die Azoren und die Färöer, die Komoren und die Malwinen, Sri Lanka, Timor und Kuba wären für elf Festivaltage von der Peripherie ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt – und mit ihnen politische Sonderfälle, geostrategische Brennpunkte und Projektionsflächen für ein anderes, besseres Leben.  

Das ursprüngliche Programm wollten wir am 7. Mai veröffentlichen. Ein PDF unseres Programmheftes stellen wir Ihnen HIER zum Download zur Verfügung, denn auch wenn die Stücke nicht aufgeführt werden können, bleiben die Künstler*innen, mit denen wir das neue digitale Festival planen, die selben.

Am Dienstag, den 2. Juni 2020 wird das Programm der neu zu planenden Festivalform veröffentlicht. 

Foto: Vlad Sokhin

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