Awareness-Team

Was ist Awareness?

To be aware: sich bewusst sein, sich informieren, für bestimmte Problematiken sensibilisiert sein

Gemeint ist damit ein achtsames und respektvolles Miteinander. Bei dem Festival Theaterformen kommen Menschen mit den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Positionierungen, mit vielfältigen Erfahrungen, Lebenswegen und Meinungen zusammen. Wir freuen uns über diese Vielfalt im Rahmen des Festivals. 

Wir leben in einer Gesellschaft, in der ungleiche Machtverhältnisse eine Realität sind. Menschen werden aufgrund unterschiedlicher Merkmale bevorteilt (Privilegien) oder benachteiligt (Diskriminierung). Das geschieht absichtlich – kann aber auch unabsichtlich passieren.  

Awareness ist ein Konzept, das sich gegen jegliche Form von Diskriminierung, Gewalt und Grenzverletzung stellt. Verletzendes und grenzüberschreitendes Verhalten, wie zum Beispiel sexistische, rassistische, homo-, transfeindliche, ableistische oder andere vergleichbare Übergriffe werden nicht toleriert.

Stattdessen werden Betroffene empowered und aktiv darin unterstützt, eigene Handlungsstrategien im Umgang mit Diskriminierung zu entwickeln.

Awareness-Team

Während des Festivals sind stets zwei Mitarbeiter*innen des Awareness-Teams telefonisch, per Mail oder vor Ort für Dich ansprechbar. Sie stehen Dir zur Seite im Fall von Diskriminierung oder Grenzüberschreitung. Sie sind auch da, wenn Du einen Rückzugsort wegen Überforderung oder einfach mal einen anderen Menschen zum Reden brauchst.

An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass wir als Awareness-Team nicht bei allen diskriminierungsrelevanten Themen Erfahrungen oder unerschöpfliches Wissen mitbringen – als Team vereinen wir aber diverse Perspektiven, Expertisen und eigene Lebenserfahrungen. Bei Bedarf werden wir Kontaktdaten vermitteln, die ein anderes Erfahrungswissen in Bezug auf deine Bedarfe mitbringen. Wir wissen, wir sind nicht perfekt – wenn Du also Anmerkungen und Kritik hast, schreib uns gerne!

Kontaktmöglichkeiten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, uns zu erreichen. Egal wie: Wenn Du Dich meldest, wird eine Person für Dich gefunden werden. Dies kann in manchen Fällen einen kurzen Moment dauern.

Bitte wähle die Methode aus, die sich für Dich gut anfühlt:

  • Telefon: +49 176 85 46 76 78 (während der Vorstellungszeiten)
  • E-Mailawareness@theaterformen.de
  • An den Spielstätten und während der meisten Veranstaltungen des Festivals sind stets zwei Mitarbeiter*innen des Awareness-Teams telefonisch, per Mail oder vor Ort für Dich ansprechbar. Erkennen kannst Du sie an ihren blauen „Awareness-Taschen“
  • Sprich andere Festivalmitarbeiter*innen darauf an, dass Du Kontakt zum Awareness-Team möchtest. Sie helfen dir gerne, ohne dass Du etwas erklären musst.

Awareness geht uns alle an!

Gemeinsam mit allen Beteiligten des Festivals Theaterformen möchten wir Diskriminierung und Grenzüberschreitungen offen thematisieren und derartigem Verhalten entschlossen entgegengetreten. Es gibt ein Awareness-Team während des Festivals – es ist jedoch auch notwendig, dass alle im Einzelnen Verantwortung übernehmen. Nur in der gemeinsamen Auseinandersetzung mit Machtverhältnissen können wir diesen etwas entgegensetzen, sie verändern und abbauen. Dazu gehört für uns das Bewusstmachen eigener Privilegien und bestehender Machtstrukturen.

Wir fordern jede*n auf zu Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Miteinander. Achte auf deine eigenen Grenzen und Bedürfnisse und respektiere die der anderen. Wir wünschen uns ein Klima, in dem alle zu Wort kommen können und in dem verschiedenste Stände von (Un)Wissen produktiv zusammengebracht werden. Dafür ist es wichtig, sich gegenseitig respektvoll zuzuhören. Lasst einander ausreden und seid offen für Positionen anderer – solange darin keine Diskriminierung oder Grenzüberschreitung ausgedrückt werden.

Behalte deine eigenen Kräfte und Grenzen im Blick. Es kann passieren, dass andere Personen deine persönlichen Grenzen überschreiten. Wir ermutigen Dich, diese Grenzen deutlich zu machen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, bieten wir Dir als Awareness-Team unsere Unterstützung an.

Was tun bei Diskriminierung oder Grenzverletzungen?

Hat eine Person Gewalt, Übergriff(e) und/oder Diskriminierung erlebt, orientieren wir uns als Awareness-Team daran, wie die Person das Erlebte wahrgenommen hat. Manchmal können sich überwältigende Erfahrungen in einem Gefühl der Handlungsunfähigkeit bei betroffenen Personen niederschlagen.

Solltest Du eine Situation beobachten, in der Du Dir nicht sicher bist, ob sie für die betroffene Person gerade in Ordnung ist, frag nach, ob die Person okay ist. Zu wissen, dass man nicht allein ist, kann manchmal schon sehr empowerend sein.

Sei Dir bewusst, dass aber immer die Perspektive der betroffenen Person ausschlaggebend ist – dies kann sowohl bedeuten, dass Du die Situation als grenzüberschreitend einstufst, sie aber nicht. Dies kann aber auch bedeuten, dass jemand eine Diskriminierung oder Grenzverletzung erlebt, auch wenn Du sie nicht siehst.

Bist Du selbst von einer Grenzüberschreitung oder Diskriminierung betroffen, stehen deine Bedürfnisse im Mittelpunkt, nicht die der verursachenden Person. 

Im Dialog bleiben 

Wenn es zu einem Zwischenfall kommen sollte, zu dem wir als Awareness-Team dazu gerufen werden, entscheidest immer Du als betroffene Person, welche Form der Unterstützung Du Dir wünscht. Gemeinsam werden wir nach Umgangs- und Handlungsmöglichkeiten suchen.

Diskriminierendes Verhalten ist verletzend – unabhängig davon, ob die Handlung absichtsvoll oder unabsichtlich geschah und das hat keinen Einfluss darauf, wie sich das Erlebte für die betroffene Person anfühlt. Trotzdem wissen wir, dass Übergriffe auch aus Unwissenheit heraus passieren können.

Unser Ziel ist es, dieses Unwissen in Wissen zu verwandeln. In diesem Sinne möchten wir einen Dialog ermöglichen. Letztendlich entscheidest aber Du als betroffene Person, ob Du ein (gegebenenfalls moderiertes und begleitetes) Gespräch mit der Person möchtest, von der die Diskriminierung ausging.


Angaben zur Produktion

Konzept und Leitung Awareness Michelle Bray / Quelle: Zukunft für Alle Foto Moritz Küstner