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Index für die Sprechpartitur

Grundsätzlich: Die Partitur ist der Versuch eines anderen Zugangs zu Sprache und Sprechen. Eine Art proportionaler lautlicher Sprechgrammatik, die für den Sprecher und Mithörer gedankliche Zuordnungen produziert.

Dieses Sprechen versucht Denken und lautliches Produzieren der Sprecher, sowie das Wahrnehmen der Zuhörer zu synchronisieren. Diese Skandierung versucht auf die Gegenwart der Aussagen im Moment des Sprechens zu bestehen. Jede Wortgruppe ist zunächst eine Aussage für sich. Der Satzsinn bildet sich im Hören über die Anschlüsse des Folgenden und wird im Augenblick des Sprechens nicht vorweggenommen.

Jede Silbe wird im Sprechen ergriffen und artikuliert. Die Konsonanten sind die Schwerkraft eines Wortes, das heisst sie müssen vom Sprecher ergriffen und losgelassen werden.

Die von uns ausgewählte Beispielseite 3 zeigt 6 Textzeilen. Wortgruppen in jeder einzelnen dieser Textzeilen sind durch Höhenunterschiede voneinander abgesetzt. Diese Höhenunterschiede im Druckbild machen unterschiedliche Sprechintensitäten der einzelnen Wortgruppen kenntlich. Wortgruppen auf gleicher Höhe gesetzt sind von gleicher Spechintensität. Insgesamt gibt es in der ganzen Partitur 5 Höhenunterschiede.

Die Wortgruppen könnte man auch als „Mikrosätze“ beschreiben.

Die folgende Notation soll bei der Unterscheidung dieser 5 Ebenen helfen.

Notation
Die 5 Ebenen sind unterschiedliche Sprechintensitäten, die 3. ist die mittlere Sprechstärke. Diese Ebenen sind jeweils Vokalen zugeordnet:

  • Die Oberste i,
  • dann e,
  • dann a,
  • dann o,
  • dann u.

– ausgehend vom Kopf i bis zu den Knien u. Auf diesen Höhen und der damit verbundenen Grundspannung im Körper sollen dann die Mikrosätze gebildet werden.

Dies dient zur Orientierung, wo die jeweiligen Vokale im Körper gebildet werden, ausgehend vom Kopf i bis zu den Knieen u. Auf diesen Höhen im Körper sollen dann die Mikrosätze gebildet werden.

Zudem gibt es 5 Zeiten/ Pausen, diese werden durch vertikale Striche zwischen den Wortgruppen eingeführt:
Längste Zeit: drei Striche: Vers und Satzzeichen.
Zweitlängste Zeit: zwei Sriche: normale Vers-Pause (immer als ein Potential eines möglichen anderen Verlaufs des Satzes zu verstehen, somit eben nicht als Pause)
Mittlere Zeit: im Vers, wenn Wörter nicht auf Anschluss, d. h. keine Überlappung. Mittlere Zeit und das Wort oder die Wortgruppe davor bekommt mehr Gewicht und Raum zur Ausbreitung.
Normalzeit: Die Zeit zwischen Wort und Wort innerhalb einer Wortgruppe, ein Sprechen, dass die Worte nicht ineinander fallen, sondern für sich phonetisch genau platziert werden.
Beschleunigung: Bei sich überlappenden Wortgruppen mit Ebenenwechsel wird die folgende Wortgruppe in den Schall der vorherigen hereingeschnitten, ohne das die nachfolgenden Wörter in einer Wortgruppe zu beschleunigen.
Großbuchstaben: Diese Wörter werden geschrien. (Dieses gilt für die angehängte Beispielseite 70)

Die Partitur ist Arbeitsmittel für einen Prozess, der paralleles Arbeiten und Koordination von 500 Personen ermöglicht – die Notation eines „phonetischen Denkens“, das Sinnproduktion körperlich, individuell-kollektiv, für jeden Teilnehmenden im Probenprozess verantwortlich aktualisierbar macht.