Über uns

Leitlinie

Das Festival Theaterformen ist ein jährlich stattfindendes internationales Theaterfestival, das an elf Tagen im Sommer 15 bis 20 Theaterstücke zeigt. Die Stücke verhandeln oft soziale Themen und entstehen in der Regel nicht in Deutschland, sondern in unterschiedlichen Ländern und auf verschiedenen Kontinenten. Die künstlerische Leiterin lädt jedes Jahr Stücke und Künstler*innen nach Niedersachsen ein. Das Festivalteam möchte den anreisenden Künstler*innen und dem Publikum einen Ort bieten, an dem niemand benachteiligt wird. Mit der Leitlinie, die 2019 unter der Leiterin Martine Dennewald entwickelt wurde, möchte das Team beschreiben, was es tut, um diesem Ziel näher zu kommen.

Leitungswechsel und Fortführung diskriminierungskritischer Arbeit

In den Jahren 2018 und 2019 durchlief das Festivalteam eine fünfteilige, von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Fortbildung. Die Arbeit mit dem Institut für diskriminierungsfreie Bildung I IDB beinhaltete die Reflexion der Arbeitsprozesse innerhalb der Institution als auch eine Analyse der Öffentlichkeitsarbeit, den Umgang mit Diskriminierung in der Festivalarbeit und eine Formulierung möglicher antirassistischer Strategien für die Zukunft. Monatliche Awareness-Sitzungen, eine neue Einstellungspolitik, die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, die Bestellung externer Berater*innen für produktionsbezogenes Feedback und Fortbildungsmöglichkeiten sind nur einige Beispiele für die aus der Prozessbegleitung hervorgegangenen internen Veränderungen. 

Die hier veröffentlichte diskriminierungskritische Leitlinie ist ebenfalls aus der IDB-Fortbildung hervorgegangen. Sie zeigt im Wesentlichen den Stand von Oktober 2019. Das neue Team, das im September 2020 unter der Leitung von Anna Mülter seine Arbeit begonnen hat, will die diskriminierungskritische Arbeit fortsetzen, weiter an der Leitlinie arbeiten und sie um die Bereiche Ableismuskritik und Barrierefreiheit ergänzen.

Hannover, 26. Oktober 2020 

Diskriminierungskritische Leitlinie

Wir, das Festivalteam, stellen uns von Jahr zu Jahr den Herausforderungen und Thematiken, die Künstler*innen mit ihren Werken artikulieren. Wir möchten ihren Ansprüchen nachkommen bis ins letzte konzeptionelle und organisatorische Detail. Ihre Bildwelten, ihre kulturellen, geopolitischen und sozialen Kontexte bilden die Grundlage unserer Arbeit. Das Festival als Institution, als Gesprächspartnerin, als Arbeitszusammenhang soll nicht zurückbleiben hinter den künstlerischen Werken, die es präsentiert: Es schließt sich aus, hinter den Kulissen dogmatisch, manipulativ, diktatorisch und unzugänglich zu sein, wenn wir uns auf der Bühne für ein kritisches, partnerschaftliches, respektvolles und freundliches Miteinander einsetzen. Unser Handeln als Festivalteam soll sich an diesem künstlerischen Anspruch orientieren.

Das Festival Theaterformen soll ein solidarischer Raum sein, in dem Platz für Diskussion und Austausch ist ohne konform oder gleich sein zu müssen. Wir möchten das Festival Theaterformen so gestalten, dass ein verbündetes und konstruktives Miteinander zwischen Mitarbeiter*innen, Künstler*innen und Publikum möglich ist.

Wie können wir dieser Haltung im Arbeitsalltag gerecht werden?

Diskriminierung – wie Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Klassismus und Ableismus – findet auf individueller, struktureller und institutioneller Ebene statt. Wir wollen Diskriminierung auf diesen Ebenen mit unserem Handeln begegnen. Wir befinden uns in einem Prozess, in dem wir unsere Arbeit und unser Tun hinterfragen. Dafür holen wir uns professionelle Unterstützung und externes Feedback ein. Wir sind bereit, unsere eigenen Verstrickungen in diskriminierende Verhältnisse anzuerkennen.

Was wollen wir dafür tun?

Bei Programmplanung und -auswahl, Einstellungspolitik und Öffentlichkeitsarbeit – in allen Bereichen unserer Arbeit, die wir aktiv gestalten – haben wir die Absicht, Diskriminierung entgegenzuwirken. Im Falle von Diskriminierung sind wir parteilich mit Betroffenen und richten unser Handeln entsprechend aus. Unsere Privilegien nutzen wir, um diskriminierungskritisch zu agieren. Wir überprüfen unsere Handlungsmöglichkeiten regelmäßig. Weil der Handlungsspielraum durch institutionelle, finanzielle und zeitliche Faktoren begrenzt ist, können wir nicht allen Ansprüchen gerecht werden.

Die diskriminierungskritische Öffnung ist ein Prozess, der im Herbst 2018 begonnen hat und zunächst bis Juli 2020 unter der Leitung Martine Dennewalds stattgefunden hat. Alle Teammitglieder haben das Ziel, das erworbene Wissen in spätere Arbeitszusammenhänge mitzunehmen und andernorts wirksam werden zu lassen.

Wir veröffentlichen unsere Überlegungen hier, um in unseren Vorhaben transparent, kritisierbar und überprüfbar zu sein und beschreiben in den folgenden Punkten einige Bereiche unserer diskriminierungskritischen Arbeit.

Diskriminierungskritische Prozessbegleitung

Das Festivalteam hat wir in fünf Arbeitseinheiten, die zwischen September 2018 und September 2019 stattgefunden haben, eine diskriminierungskritische Fortbildung durchlaufen. Die Arbeit mit dem Institut für diskriminierungsfreie Bildung I IDB beinhaltete die Reflexion der Arbeitsprozesse innerhalb der Institution als auch eine Analyse der Öffentlichkeitsarbeit, den Umgang mit Diskriminierung in der Festivalarbeit und eine Formulierung möglicher antirassistischer Strategien für die Zukunft.

Fortbildungen

Bisher haben Teammitglieder an Workshops zu Barrierefreiheit, Critical Whiteness, Empowerment, Klassismus, gendergerechter Sprache, diskriminierungskritischer internationaler Kulturarbeit und Übertitelung für Gehörlose teilgenommen. Weitere diskriminierungskritische Fortbildungen werden ermöglicht und finanziell unterstützt.

Arbeitsumfeld und Einstellungspolitik

Wir legen Wert auf ein diskriminierungssensibles Arbeitsumfeld, in dem ein solidarisches Miteinander unter Kolleg*innen und Künstler*innen gelebt wird. Wir ermutigen Personen mit Diskriminierungserfahrung, sich bei uns zu bewerben, und streben an, ein diskriminierungskritisches Arbeitsumfeld zu bieten. Konflikte sollen kollegial gelöst werden und können, soweit das die betroffene Person wünscht, in einer der monatlich stattfindenden Awareness-Sitzungen bearbeitet werden. Liegen Konflikte vor, die Unterstützung von außen erfordern, ist die Festivalleitung verantwortlich, diese zu beschaffen – beispielsweise in Form einer Mediation.

Feedback

Um Rückmeldungen und Kritik in den diskriminierungskritischen Prozess aufzunehmen und unsere Organisation weiterzuentwickeln, bitten wir auf verschiedenen Ebenen um Feedback – bei Mitarbeiter*innen-Gesprächen, in Feedbackfragebögen, die alle Künstler*innen und saisonale Mitarbeiter*innen erhalten und in Gesprächen mit Regisseur*innen. Darüber hinaus bitten wir externe Berater*innen wie Mitarbeiter*innen der Amadeu Antonio Stiftung um produktionsbezogenes Feedback. Jede Feedbackeingabe wird aufgenommen und ausgewertet. Für alle Teammitglieder sind die Eingaben einsehbar. Jede*r kann sich im Rahmen der Awareness-Sitzung zu ihnen äußern. In den Awareness-Sitzungen beraten wir über notwendige Schritte. Der künstlerischen Leiterin des Festivals Theaterformen obliegt es, die daraus resultierenden Vorgehensweisen zu beschließen. Anna Mülter (muelter@theaterformen.de) steht als Ansprechpartnerin zur Verfügung.

Zusammenarbeit mit anderen Organisationen

Falls möglich, arbeitet das Festival Theaterformen mit Organisationen, die People of Colour oder Menschen mit Behinderung beschäftigen, zusammen. Kollaborationen werden im Hinblick auf beidseitigen Mehrwert geplant. Die Bemühungen des Festivals um ein diskriminierungskritisches Arbeitsumfeld sind nicht denkbar ohne die Arbeit vieler Organisationen, die ausschließlich oder vornehmlich in diesem Bereich tätig sind. Das Festival möchte nach Maßgabe seiner Möglichkeiten für diese Organisationen als Bündnispartner*in agieren.

Historie

Festival Theaterformen

Das Festival Theaterformen ist eines der größten Festivals für internationales Theater in Deutschland. Veranstaltet von den Staatstheatern Hannover und Braunschweig, wird es finanziert vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur, durch die seit 2007 jährlich wechselnden Gastgeberstädte Braunschweig und Hannover sowie die Stiftung Niedersachsen und die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz.

1990 in Braunschweig gegründet, bildet das Festival die Vielfalt zeitgenössischer Theaterformen ab: Klassikerinszenierungen, neue Dramatik, experimentelle Formate, Performances, szenische Installationen und Projekte, die den Bühnenraum verlassen und den städtischen Raum einbeziehen, gehören zum elftägigen Programm am Ende der Staatstheater-Spielzeiten.

1990 bis 2004: Gründungsjahre und bewegte Geschichte

Der Fall der Mauer war nicht eingeplant bei der Gründung des Festivals Theaterformen. Vielmehr war die Tatsache, dass Braunschweig, Stadt der Wissenschaft und Wirtschaft, kulturell im Schatten der Mauer lag, einer der Gründe für die Entstehung des Festivals. Dass Braunschweig dann bei der ersten Festivalausgabe im Jahr 1990 mitten in Deutschland lag, war nicht vorauszusehen. Bernd Kauffmann, damals Generalsekretär der Stiftung Niedersachsen, hatte sich vorgenommen, die Region mit Unterstützung einer Unternehmerinitiative, Mitteln der Zonenrandgebietsförderung und Stiftungsgeldern kulturell voranzubringen: Großes Regietheater und verschiedene Formen des Theaters sollten im Zentrum eines Theaterfestivals stehen. Peter Ries, künstlerischer Leiter des Festivals, hatte den heute noch gültigen Namen für das Festival Theaterformen erfunden.

Für die Umsetzung luden Ries und Kauffmann internationale Regiestars wie Peter Brook und Peter Stein, George Tabori und Andrzej Wajda ein. Und so widmeten sich die ersten beiden Ausgaben des Festivals der Auseinandersetzung mit Shakespeare (1990) und Lessing (1991).

Kurz vor der dritten Festivaledition geschah im April 1995 ein folgenschwerer Unfall im Staatstheater Braunschweig: Der eiserne Vorhang krachte aus neun Metern Höhe mit voller Wucht auf die Bühne, die einen Vollschaden erlitt. Nach anfänglicher Hoffnung, das Haus bis zum Festivalstart im Juni wieder bespielbar zu machen, versagte die Versicherung jedoch die Freigabe. „Platzt das Theaterereignis des Jahres“? fragte die Hannoversche Allgemeine Zeitung. Dem Festival drohe „ein organisatorisches und finanzielles Fiasko“, da die große Bühne des Staatstheaters Braunschweig, auf der mit Pandurs Göttlicher Komödie und dem südafrikanischen Mama! zwei große Produktionen stattfinden sollten, „voraussichtlich erst im August wieder für den Spielbetrieb zur Verfügung stehen werde“. Mit der hannoverschen U-Boot-Halle der Hanomag konnte jedoch, neben Spielorten in Wolfenbüttel und Braunschweig, eine geeignete Location gefunden werden. Ein Teil des Festivals Theaterformen fand somit erstmalig 1995 in Hannover statt.

1998 fand das Festival zu seinem biennalen Rhythmus, im Zuge der sich anbahnenden EXPO wurde Hannover im selben Jahr neben Braunschweig zweite Festivalstadt. Die künstlerische Leiterin Marie Zimmermann engagierte sich 1998 und 2000 besonders für das Aufspüren junger Talente und – mit der internationalen Theaterakademie – auch für die Förderung des künstlerischen Nachwuchses. Ab 2002 öffnete Veronica Kaup-Hasler das Festival zu anderen Sparten, legte ein Diskursprogramm auf und setzte mit der Roten Treppe vor dem Staatstheater Braunschweig ein temporäres architektonisches Zeichen.

Nach der Ausgabe 2004 lief die Förderung für das Festival aus. Die Städte Hannover und Braunschweig sowie die Intendanten der jeweiligen Theater, Wilfried Schulz und Wolfgang Gropper, setzten sich für seine Weiterführung ein. Nachdem die Stadt Braunschweig angeboten hatte, ihren Förderanteil im Verhältnis zu vorangegangen Jahren zu verdreifachen, stieg auch das Land als Förderer wieder ein.

2007 und 2008: Wiederbelebungsjahre mit Publikumsrekord

Die erste Ausgabe nach der Neugründung verantwortete 2007 Stefan Schmidtke. Als künstlerischer Leiter zeigte Schmidtke Theaterprojekte an besonderen Orten der Stadt, bezog die örtliche Kunst-, Kultur- und Bürger*innen-Szene mit ein und veranstaltete verschiedene Projekte, die er in einer Theaterwerkstatt bündelte. Sein erstes Festival endete in Hannover mit einem Publikumsrekord. Im Mittelpunkt der darauffolgenden Braunschweiger Ausgabe sollte eines der ältesten europäischen Theaterstücke stehen: Für Die Perser von Aischylos, inszeniert von Claudia Bosse, suchten Schmidtke und Team rund 500 Mitwirkende. Eingeteilt in Gruppen, erhielten die Beteiligten Braunschweiger*innen Stimm- und Körpertraining und probten über viele Wochen bis zur Aufführung dieses Ausnahmeprojekts.

Nach der erfolgreichen Wiederbelebung des Festivals in den Jahren 2007 und 2008 durch Stefan Schmidtke übernahm Anja Dirks die künstlerische Leitung.

2009 bis 2014

Bis 2014 verantworte Anja Dirks sechs Festivalausgaben – drei in Hannover, drei in Braunschweig. Neben dem Anspruch, eine Vielzahl verschiedener internationaler Theaterformen zu präsentieren, treten zwei konzeptuelle Ansätze ihres kuratorischen Arbeitens besonders hervor: der Einbezug der Stadt als erweiterter Spielort mit den Fragen nach Teilhabe, Ausgrenzung, Identität und Gemeinschaft (z.B. „Du bist die Stadt“ in 2012 unter anderem mit 100 Prozent Braunschweig von Rimini Protokoll im Großen Haus und Stücken, die auf dem Burgplatz, dem Städtischen Museum und auf dem Bohlweg nebst Publikum im Schaufenster eines Ladenlokals gezeigt wurden) und die Auseinandersetzung mit postkolonialem Theater. Mit dem von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Schwerpunkt „Presence of the Colonial Past“ vereinte Dirks bereits im Jubiläumsjahr 2010 Theaterarbeiten von Brett Bailey, Boyzie Cekwana und Faustin Linyekula, ein Diskurswochenende und eine Filmreihe. Knapp drei Jahre später gründete Anja Dirks 2013 mit einer Reihe internationaler Kolleg*innen das Netzwerk „Shared Spaces“ mit der Absicht, globalen Kulturaustausch zu fördern. Das erste Netzwerkpartnertreffen fand in Kinshasa statt – möglich durch die Unterstützung der Kulturstiftung des Bundes, die darüber hinaus die Kooperation des Festivals Connexion Kin mit dem Festival Theaterformen förderte. Aus der Zusammenarbeit waren mehrere koproduzierte Theaterstücke hervorgegangen, die zunächst in Kinshasa und anschließend in Hannover im Rahmen des Schwerpunkts Kinshasa Connection präsentiert wurden. Diskussionsveranstaltungen und die Akademie der internationalen Festivalstipendiat*innen waren darüber hinaus Bestandteile der Festivalausgabe 2013. Mit dem Ende des Festivals im Sommer 2014 verabschiedete sich Anja Dirks als künstlerische Leiterin.

2015 bis 2020 

Seit September 2014 leitet Martine Dennewald das Festival Theaterformen. Zu ihrer ersten Ausgabe im Jubiläumsjahr 2015 sprach sie unter anderem Einladungen an Rimini Protokoll, Tiago Rodrigues, Xavier Le Roy und 600 Highwaymen aus, von denen sie jeweils zwei Produktionen zeigte. Mit dem kuratorischen Konzept der Doppeleinladungen hatte das Publikum die Möglichkeit, künstlerische Handschriften noch besser kennen zu lernen. Klar umrissene inhaltliche Setzungen fand Dennewald für jede weitere Edition: Nachdem das Festival 2016 in Braunschweig mit „Our Common Futures“ einen Fokus auf Gastspiele aus Ost- und Südostasien setzte, waren 2017 in Hannover ausschließlich Stücke von Regisseurinnen und Choreografinnen zu sehen – ein Versuch, eine strukturelle Ungleichheit nicht im Sinne einer Quote zu beheben, sondern in einer subversiven Geste gänzlich umzukehren. 2018 widmete sich das Festival den Aus- und Nachwirkungen des Kolonialismus aus verschiedenen Perspektiven. 2019 reisten dann rund die Hälfte der eingeladenen Regisseur*innen aus aller Welt mit Projektideen, Textvorlagen, einem Interesse an Hannover und seinen Menschen bereits Monate im Vorfeld an, um zu recherchieren und zu proben. Lebensgeschichten von rund 200 Bürger*innen aus Niedersachsen flossen in die Theaterarbeiten ein. Zu ihnen gehörten u. a. die Uraufführungen Die Geschwindigkeit des Lichts des argentinischen Künstlers Marco Canale, der Geschichten von rund 100 Mitwirkenden verschiedener Herkunft zu einer gemeinsamen deutschen Biografie inszenierte, und das dokumentarische Theaterstück My Body Belongs to Me von Ruud Gielens und Laila Soliman, welches sie mit einer in Niedersachsen ansässigen Gruppe sudanesischer Frauen entwickelten.

Dennewalds kuratorisches Arbeiten ist nicht zu trennen von ihrer Auseinandersetzung mit Postkolonialismus und diskriminierungskritischer Arbeit. In den Jahren 2018 und 2019 durchlief das Theaterformen-Team eine fünfteilige, von der Kulturstiftung des Bundes geförderte Fortbildung. Die Arbeit mit dem Institut für diskriminierungsfreie Bildung I IDB beinhaltete die Reflexion der Arbeitsprozesse innerhalb der Institution als auch eine Analyse der Öffentlichkeitsarbeit, den Umgang mit Diskriminierung in der Festivalarbeit und eine Formulierung möglicher antirassistischer Strategien für die Zukunft. Monatliche Awareness-Sitzungen, eine neue Einstellungspolitik, eine diskriminierungskritische Leitlinie, die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, die Bestellung externer Berater*innen für produktionsbezogenes Feedback und Fortbildungsmöglichkeiten sind nur einige Beispiele für die aus der Prozessbegleitung hervorgegangenen internen Veränderungen.

Die Jubiläumsausgabe 2020 war die letzte von Martine Dennewald kuratierte. Auf sie folgte im Herbst 2020 Anna Mülter, die ihr erstes Festival Theaterformen im Sommer 2021 in Hannover präsentiert.

Archiv

Im Archiv finden sich Überblickstexte zu den jeweiligen Ausgaben und Links zu den Websites vergangener Editionen. Hier stellen wir auch die Reader 'Presence of the Colonial Past' aus dem Jahr 2010, 'Shared Spaces' aus 2013 und die Dokumentation 'Postkoloniale Verstrickungen in Theater, Tanz und Performance' aus 2018 zum Download bereit. Die abrufbaren Veröffentlichungen dokumentieren das Rahmenprogramm der Schwerpunkte, formulieren Absichten und Ziele und skizzieren Koproduktionen.

2019

Festival Theaterformen 2019 (Hannover)

Untold Stories Disappear – erzählte Geschichten bleiben

14 Stücke aus zwölf Ländern präsentiert das Festival Theaterformen 2019 – davon drei Uraufführungen, zwei europäische und vier deutsche Erstaufführungen. Insgesamt stehen mehr als 200 Programmpunkte auf dem elftägigen Programm, das nur selten erzählten (Lebens-) Geschichten eine Bühne bietet. Rund die Hälfte der eingeladenen Regisseur*innen aus aller Welt reisen anlässlich dieser Ausgabe nicht mit fertigen Stücken an, sondern mit Projektideen, Textvorlagen, einem Interesse an Hannover und seinen Menschen. Die Theatermacher*innen haben teils Monate vor Ort verbracht, um zu recherchieren, Hannoveraner*innen zu treffen, um sich einzulassen auf die Geschichten, die sie vorgefunden haben, und um zu proben.
 
Rund 200 Menschen aus Hannover und Niedersachsen haben den Künstler*innen, Choreograf*innen und Regisseur*innen Lebensgeschichten, Erinnerungen und Gedanken anvertraut, die in ihre Theaterarbeiten einfließen. Dazu gehören die beiden Uraufführungen Die Geschwindigkeit des Lichts von Marco Canale, der Geschichten von rund 100 Mitwirkenden verschiedener Herkunft zu einer gemeinsamen deutschen Biografie inszeniert, und My Body Belongs to Me von Ruud Gielens und Laila Soliman, die mit einer in Niedersachsen ansässigen Gruppe sudanesischer Frauen das dokumentarische Theaterstück MBBTM entwickeln. My Body Belongs to Me ist eine Kampfansage an weibliche Genitalverstümmelung (FGM) und ein Plädoyer für weibliches Empowerment überall auf der Welt.

Martine Dennewald, künstlerische Leiterin des Festivals, resümiert: „Etwa 200 Bürger*innen Hannovers haben sich dieses Jahr als aktive Mitwirkende auf unsere Regisseur*innen und ihre Ideen eingelassen. Sie haben in Theaterstücken, Installationen und Gesprächen einem begeisterten Publikum die Vielfalt der Geschichten und Identitäten vorgestellt, aus denen sich diese Stadt zusammensetzt. Sie haben uns daran teilhaben lassen, womit sie hadern, was ihnen fehlt, wo sie sich wohl fühlen, und wie sie hier eine Heimat gefunden haben. Sie bildeten gemeinsam mit den Regisseur*innen und dem Festivalteam eine künstlerische Familie, und in ihren Bekanntenkreisen haben wir neue Zuschauer*innen gefunden, die uns hoffentlich in den nächsten Jahren weiter begleiten.“
 
Mit Lokis (Lukasz Twarkowski) und Odisseia (Cia Hiato), HATE (Laetitia Dosch), Untitled (Zoukak Theatre Company) und Cezary zieht in den Krieg (Cezary Tomaszewski) sind darüber hinaus ausgeprägte künstlerische Handschriften einer jungen Generation von internationalen Theatermacher*innen, deren Bildgewalt, szenischer Präsenz und Humor man sich kaum entziehen kann, zu Gast. Sie vervollständigen das Kaleidoskop der verschiedenen Theaterformen beim Festival und bringen auf ihre Weise unerhörte Geschichten auf die Bühne.
 
Das umfassende Rahmenprogramm mit Konzerten im Festivalzentrum, der Fachtagung „Performing Entangled Histories“, Stückeinführungen, Nachgesprächen und Vermittlungsprogrammen findet regen Anklang.

Künstlerische Leiterin: Martine Dennewald
Schauspielintendant Hannover: Lars-Ole Walburg

Programm 2019 (PDF, nicht barrierefrei)
Website 2019

 

2018

Festival Theaterformen 2018 (Braunschweig)

Die 19. Festivalausgabe widmet sich aus unterschiedlichen Perspektiven den Folgen des Kolonialismus und seinen Auswirkungen auf kollektive sowie individuelle Schicksale der Gegenwart. Exemplarisch hierfür ist das Eröffnungsstück Saigon – ein Melodram, das zwei Zeitebenen miteinander verschaltet, um von zerrissenen Biografien zwischen Frankreich und seiner ehemaligen Kolonie Indochina zu erzählen. Über dieses Stück für die Große Bühne sind darüber hinaus Arbeiten zu sehen, die sich jenseits des Theaterraums ähnlichen Fragestellungen widmen: In Collisions von Lynette Wallworth werden die Zuschauer*innen per VR-Brille in die australische Wüste versetzt und erleben dort Atomwaffentests. In £¥€$ wird an Kasinotischen um die Weltwirtschaft und die Schicksale kreditunwürdiger Länder gezockt und Julian Hetzels Schuldfabrik in der Braunschweiger Burgpassage führt das Publikum hinter den Kulissen eines Seifenshops in den Handel mit Schuldgefühlen und Sühne ein. Fünf Theaterstücke entstehen in Koproduktion mit namhaften Partnern: Das Familiendrama Jungfrau, das auf der gleichnamigen preisgekrönten Kurzgeschichte von Mary Watson beruht, wird in Braunschweig uraufgeführt. Jade Bowers’ Adaption der Erzählung entsteht in Koproduktion mit dem National Arts Festival Grahamstown in Südafrika. Und aus dem Nachbarland Mosambik kommt das Tanzstück Theka, das am letzten Festivalsamstag im Großen Haus gezeigt wird und in Koproduktion mit dem Kinani-Festival Maputo entstand. Mit beiden afrikanischen Festivals koproduziert das Festival Theaterformen darüber hinaus jeweils ein kurzes Stück von Tito Aderemi-Ibitola, Kamogelo Molobye und Janeth Mulapha. Die drei Arbeiten werden im Format 3x30 in Haus Drei uraufgeführt.

Um den in den Theaterarbeiten aufgeworfenen Fragestellungen einen fundierten theoretischen Rahmen zu geben, findet im Louis-Spohr-Saal eine Gesprächsreihe statt. In vier Podiumsdiskussionen geht es um koloniale Kontinuitäten in Deutschland, weiße (Un)Schuld, künstlerische Allianzen für Indigene Landrechte und die künstlerische Aufarbeitung von kolonialem Genozid. Die abschließenden Tischgespräche am letzten Festivaltag boten die Gelegenheit zu einer Selbstreflexion des Festivals als veranstaltende Institution.

Im Rahmen des Programms Watch & Write haben zwölf Kulturjournalist*innen aus zehn afrikanischen Ländern das Festival schreibend begleitet. Ergebnis der gemeinsamen Zeit in Braunschweig ist die Gründung einer Onlineplattform, die den Austausch und die Zusammenarbeit auch über das Festival hinaus möglich machen soll.
 
Künstlerische Leiterin: Martine Dennewald
Generalintendantin Braunschweig: Dagmar Schlingmann


Programm 2018 (PDF, nicht barrierefrei)
Website 2018

Dokumentation Postkoloniale Verstrickungen in Theater, Tanz und Performance

Die Festivalausgabe 2018 widmete sich postkolonialen Themen. Die vorliegende Dokumentation zum Projekt SCHULD, die hier als Pdf zum Download bereit steht, ist als Dank an alle Beteiligten zu verstehen, nicht zuletzt an den Fonds TURN der Kulturstiftung des Bundes.

Reader (PDF, nicht barrierefrei)

2017

Festival Theaterformen 2017 (Hannover)

Am 8. Juni eröffnet das Festival 2017, das Gastspiele aus 15 Nationen zeigt, mit Tristesses von Anne-Cécile Vandalem – der Auftakt im Schauspielhaus erzählt vom Aufstieg einer rechtsradikalen Partei. Ebenfalls auf der großen Bühne: das bildgewaltige Dokumentarstück Mare Nostrum der Mexikanerin Laura Uribe, die sich den Guerillakrieg in Kolumbien zum Thema macht, und die futuristische Tanzperformance Sylphidarium, in der Choreografin Francesca Pennini die Balletttradition zerlegt – mittels Live-Musik, getauschten Geschlechterrollen, über 100 Kostümen und einem selbstironischen Blick auf Hipness und Körperkult. 600 HIGHWAYMEN, die schon 2015 zu Gast bei den Theaterformen waren, machen die Zuschauer zu Mitspielern: In The Fever loten die New Yorker gemeinsam mit dem Publikum die Grenzen individueller und kollektiver Verantwortung aus. Mit drei Stücken lädt das Festival an Orte fernab der klassischen Bühne ein: Beim Stadtspaziergang Walk, Hands, Eyes (Hannover) entdeckt man Hannover mit geschlossenen Augen. Eine intime slowenische Fassung von Tschechows Drei Schwestern in einer alten Industriehalle in Leinhausen lässt die Grenze zwischen Figuren und Zuschauer*innen verschwimmen. Schließlich entführt Dein Wort in meinem Mund, von Anna Rispoli und Lotte Lindner & Till Steinbrenner eigens für das Festival produziert, das Publikum an verschiedene Orte: öffentliche, profane, sakrale und höchst intime. Als Partner der Ausstellung PRODUKTION. Made in Germany Drei zeigt das Festival Theaterformen das Stück Oratorium vom Berliner Performance-Kollektiv She She Pop. Gemeinsam mit dem Publikum und einem Chor von Hannoveraner*innen sprechen She She Pop über Eigentum und nehmen Besitzverhältnisse und Machtbeziehungen unter die Lupe. Sacha Yanow tritt in Dad Band als ihr eigener Vater auf. Und auch Choreografin Nora Chipaumire setzt sich in Portrait of Myself as My Father mit der Vaterfigur auseinander – sie nimmt sie zum Anlass, koloniale und postkoloniale Strategien zu hinterfragen.
 
Darüber hinaus bietet das Festival mit dem Programm+ ein umfangreiches Rahmenprogramm, dazu zählen die Stückeinführungen, Warm-ups und Diskussionen sowie die Konzertabende mit angesagten Indie-Bands im Festivalzentrum. Das Orchester im Treppenhaus inszeniert im Kulissenmagazin des Schauspielhauses eine sechsteilige Konzertperformance. Gemeinsam mit den regionalen Hochschulen werden Seminare und Workshops für Studierende angeboten. Im Vorfeld des Festivals zeigt das Kino im Künstlerhaus Filme mit Theaterbezug.
 
Premiere feiert der mehrsprachige blog.theaterformen.de, Journalist*innen, die aus ihren Herkunftsländern geflüchtet sind und Studierende bloggen in kreativen Text-, Foto-, Audio- und Video-Formaten über den Festivalalltag. Die Blogredaktion veröffentlicht auf Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Tigrinisch und Persisch.
 
Künstlerische Leiterin: Martine Dennewald
Schauspielintendant Hannover: Lars-Ole Walburg
 
Programm 2017 (PDF, nicht barrierefrei)
Website 2017

2016

Festival Theaterformen 2016 (Braunschweig)

Eine Uraufführung, vier Europa-Premieren und ebenso viele deutsche Erstaufführungen bietet das Festival 2016. Mit dem Schwerpunkt Our Common Futures, gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, kommen am ersten Festivalwochenende sieben Stücke aus den Metropolen (Süd)Ostasiens nach Braunschweig – große Bühnenspektakel, experimentelle Performances und Dokumentartheater. Am 9. Juni eröffnet mit GOD BLESS BASEBALL des Japaners Toshiki Okada ein feinsinniges Drama das elftägige Festival. Okada ist bereits zum dritten Mal zu Gast bei den Theaterformen. Maximale Reizüberflutung bietet wiederum EXTREME VOICES der dreißigköpfigen tokioter Truppe Miss Revolutionary Idol Berserker um Toco Nikaido. In HIPSTER THE KING aus Bangkok bevölkern Ikonen des 20. und 21. Jahrhunderts die Bühne, in BALING aus Kuala Lumpur werden die Verhandlungen um die Unabhängigkeit Malaysias lebendig, Kyung Sung Lee aus Seoul bringt sein dokumentarisches Gesellschaftspanorama THE CONVERSATIONS zur Aufführung im LOT-Theater, und Minhee Parks schillernde Klangepisoden sind in der Außenspielstätte Rosenstraße im Wandelkonzert NO LONGER GAGOK hörbar. Mit TEN THOUSAND TIGERS des vielfach ausgezeichneten Künstlers Ho Tzu Nyen kommt ein außergewöhnliches Multimediaspektakel aus Singapur auf die Große Bühne des Staatstheaters. Über den Schwerpunkt hinaus ist Theater aus Syrien (Omar Abusaada) und Europa (Samuel Achache, Juha Valkeapää, DAKH-Theater) zu sehen, sowie das von Theaterformen koproduzierte MINEFIELD - das das Braunschweiger Publikum an beiden Abenden mit Standing Ovations feiert – der argentinischen Regisseurin Lola Arias. Gesprächsformate und Live-Konzerte im Festivalzentrum im Theaterpark, ein Tagungs-Wochenende zum Festivalschwerpunkt und Veranstaltungen mit dem Kunstverein Braunschweig locken ein interessiertes regionales und überregionales Publikum wie auch internationale Fachbesucher*innen an.

Künstlerische Leiterin: Martine Dennewald
Generalintendant Braunschweig: Joachim Klement

Programm 2016 (PDF, nicht barrierefrei)
Website 2016

2015

Festival Theaterformen 2015 (Hannover)

25 Jahre Festival Theaterformen – im Jubiläumsjahr stehen rund 130 Veranstaltungen auf dem Programm, das vom 2. bis 12. Juli in Hannover stattfindet. In ihrer ersten Festivalausgabe – die mit FANTASIE FÜR MORGEN von Marco Layera und dem Teatro La-Resentida aus Santiago de Chile eröffnet wird – zeigt Martine Dennewald Theater von Mariano Pensotti aus Buenos Aires, von Teater NO99 aus Tallinn und von Craig Freimond aus Johannesburg. In weiteren Produktionen spielen die Zuschauer*innen eine besondere Rolle – sie lernen mit Tiago Rodrigues aus Lissabon ein Shakespeare-Sonett ‘by heart’, diskutieren mit dem Pariser Choreografen Xavier Le Roy im Dunkeln, warten in Julian Hetzels theatraler Installation auf sich selbst, werden in SITUATION ROOMS zu Protagonist*innen des Waffenhandels und in THE RECORD zu Hauptdarsteller*innen eines szenischen Mosaiks. Mit dem kuratorischen Konzept der ‚Doppeleinladungen’, zeigen Rimini Protokoll, Tiago Rodrigues, Xavier Le Roy und 600 HIGHWAYMEN jeweils zwei ihrer aktuellen Produktionen. Mit der Idee, mehrere Stücke einer Kompanie zu präsentieren, ermuntert Martine Dennewald die Zuschauer*innen, zu Expert*innen zu werden, um künstlerische Herangehensweisen oder kulturelle Besonderheiten noch besser ausmachen zu können. Viele Besucher*innen zieht es auch 2015 ins Festivalzentrum. Gut 4500 Gäst*innen nehmen teil am Rahmenprogramm, zu dem die Open-Air-Konzerte, die Festivalfrühstücke und die Video-Installation MEIN ANDERES LEBEN von Mats Staub gehören.

Künstlerische Leiterin: Martine Dennewald
Schauspielintendant Hannover: Lars-Ole Walburg

Programm 2015 (PDF, nicht barrierefrei)
Website 2015

2014

Festival Theaterformen 2014 (Braunschweig)

Das Festival-Programm 2014 präsentiert die Bandbreite an Möglichkeiten, die das Erzählen auf der Bühne bietet. Angesichts der Vielzahl von ortsspezifischen Projekten, die die Festivalprogramme der vergangenen Jahre geprägt haben, ist die Wiedereroberung der Bühnenräume jedoch geradezu radikal. Eröffnet wird die zwölftägige Spielzeit mit einem Macbeth nach Verdi. Mit einem interkontinentalen Team aus Südafrika, Belgien und Serbien zeigt Brett Bailey eine zeitgenössische Version der archaischen Geschichte, die an zwei Abenden im voll besetzten Staatstheater Braunschweig mit Standing Ovations bejubelt wird. Das Festival hatte diese Arbeit des weltweit gefeierten Regisseurs neben Partnern aus Wien, Brüssel, London und Paris koproduziert. Auch die drei Uraufführungen Goethes Zebra von Hans-Peter Litscher, Statue of Loss von Faustin Linyekula und sounds like war: Kriegserklärung des Berliner Perfomancekollektivs andcompany&Co. stehen auf dem Programm. Die Stücke von Faustin Linyekula und der andcompany&Co. sind zum Thema „100 Jahre Erster Weltkrieg" im Auftrag der Theaterformen und des Lift Festival London produziert worden. Mit dem Ende des Festival Theaterformen 2014 verabschiedet sich die künstlerische Leiterin Anja Dirks nach sechs Festivalausgaben. Das erste Festival kuratierte Dirks 2009.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks
Generalintendant Braunschweig: Joachim Klement

Website 2014

 

2013

Festival Theaterformen 2013 (Hannover)

Die Theaterformen setzen im Rahmen des von der Kulturstiftung des Bundes geförderten Projektes „Shared Spaces“ mit „Kinshasa Connection“ einen Schwerpunkt des Festivals 2013. Im Mittelpunkt stehen neben dem umfangreichen Rahmen- und Filmprogramm die Stücke In Case Of Fire Run For The Elevator von Boyzie Cekwana, Faustin Linyekulas Drums And Digging und La Fin de la légende von Dieudonné Niangouna, die erst beim Partnerfestival Connexion Kin in Kinshasa und im Anschluss in Hannover zu sehen sind. Auch die zehn Theaterformen-Stipendiat*innen besuchen beide Festivals. Im Rahmen dieses Schwerpunkts haben die Theaterformen die Hörausstellung Congo Connection bei der Agentur Kriwomasow in Auftrag gegeben, präsentiert im Landesmuseum Hannover. Mit der iranischen Inszenierung und dem Eröffnungsstück der Theaterformen Iwanow von Amir Reza Koohestani, mit Late Night der Blitz Theatre Group aus Griechenland, mit Olmamis mi? der Kompanie Studio 4 Istanbul und mit dem syrischen Intimacy von Omar Abusaada kommen aktuelle Themen der Weltpolitik auf die Bühnen Hannovers und sorgen für ungewöhnliche Begegnungen und bewegende Momente. Drei spektakuläre Inszenierungen bilden den inhaltlichen Schwerpunkt „Posthumane Dramaturgien“: Sans objet von Aurélien Bory, Rimini Protokolls Remote Hannover und Urwald der Schweizer Kompanie Far A Day Cage. Vor jeweils ausverkauftem Haus sind zwei unterschiedliche Interpretationen von Shakespeares Lear die letzten Premieren der 14. Ausgabe des Festivals: Im Schauspielhaus spielen She She Pop mit ihren Vätern Testament, und im Ballhof Eins zeigt Konstantin Bogomolow seine russiche Version Lear. Eine Komödie. Zum Festival tagte das Office national de diffusion artistique (ONDA) aus Paris. Das ITI – Internationales Theaterinstitut veranstaltete seine Jahreshauptversammlung bei den Theaterformen.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks
Schauspielintendant Hannover: Lars-Ole Walburg

Website 2013

Shared Spaces

Im Sommer 2013 wurde in Kinshasa das Netzwerk Shared Spaces gegründet. Zu den Initiator*innen gehören neben den Theaterformen weitere Festivals, internationale Künstler*innen und Kurator*innen. Zu den ersten Projekten zählte die Koproduktion mehrerer Theaterstücke. Drei von ihnen wurden zunächst beim Festival Connexion Kin und anschließend in Hannover im Rahmen des Schwerpunkts Kinshasa Connection präsentiert. Zu dem Schwerpunkt zählten außerdem Diskussionsveranstaltungen und die Akademie der Festivalstipendiat*innen.

Der hier abrufbare Reader dokumentiert die Kolloquien während der Theaterformen, skizziert die Koproduktionen und berichtet von den auf der Gründungsveranstaltung formulierten Zielen und Ideen von Shared Spaces.

Online Lesen
Reader (PDF, nicht barrierefrei)

2012

Festival Theaterformen 2012 (Braunschweig)

2012 spielt Braunschweig eine der Hauptrollen – 100 Prozent Braunschweig von Rimini Protokoll ist sowohl Auftakt für die 13. Ausgabe des Festivals als auch für den thematischen Schwerpunkt DU BIST DIE STADT. Zudem werden auf dem Burgplatz, dem Bohlweg und im Städtischen Museum mit Roger Bernats Domini Public, mit Nataša Rajkovićs und Bobo Jelčics Izlog und mit Home Sweet Home von Subject to_change Fragen nach Teilhabe und Ausgrenzung, Identität und Gemeinschaft gestellt, werden Lebensmodelle für die Zukunft erdacht. Brandneu ist Forced Entertainments The Coming Storm, das zwar im Großen Haus gezeigt wird, jedoch auf einer um 180 Grad gedrehten Bühne. Notwendig geworden war diese besondere Situation für eine andere Produktion: das Bühnenbild Anna Viebrocks zu Christoph Marthalers Meine faire Dame war breiter als das Portal. Hinter dem Portal aufgebaut und mit einer Zuschauertribüne auf der Hinterbühne ist die My fair Lady-Variation ein großer Erfolg. Mit Lagartijas tiradas al sol aus Mexiko, Verk Produksjoner aus Norwegen, Miet Warlop aus Belgien und Omar Abu Saada aus Syrien stehen außerdem junge Talente und ungewöhnliche Formate auf dem Programm.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks
Generalintendant Braunschweig: Joachim Klement

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2011

Festival Theaterformen 2011 (Hannover)

An einem geheimen Ort eröffnen die Theaterformen 2011 mit Brett Baileys südafrikanischer Version von Orfeus. Zum Schwerpunkt Naher Osten gehören Arbeiten von Mokhallad Rasem (Irak), Omar Ghayatt (Ägypten), Lina Saneh und Rabih Mroué (Libanon) und Amir Reza Koohestani (Iran). Die Stücke Pièce pour la technique du Schauspiel de Hanovre von Phillipe Quesne und Anna Rispolis L’Invenzione dell’ Ascensore im holländischen Expopavillon werden eigens für Theaterformen produziert. Auf dem Opernplatz strandet das Ship o’ fools von Janet Cardiff und Goerge Bures Miller. Und erstmalig bespielen die Theaterformen das Opernhaus – mit Velmas Velma Superstar aus der Schweiz. Auf den Bühnen des Staatstheaters sind Gastspiele der Gruppe Elevator Repair Service aus New York zu sehen, spielen Béla Pintér und Comagnie aus Ungarn, läuft Massimo Furlan bei seinem Re-Enactmemt des Grand Prix-Finales von 1973 zu Hochtouren auf und kratzt Toshiki Okada mit feinem Witz an den Oberflächen des alltäglichen Daseins in Tokio.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks
Schauspielintendant Hannover: Lars-Ole Walburg

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2010

Festival Theaterformen 2010 (Braunschweig)

20 Jahre Theaterformen! Mit dem Programm 2010 schauen die Theaterformen jedoch in die Zukunft. Mehrere Stücke aus der Theaterszene Buenos Aires’ werfen einen Blick auf eine künftige Gesellschaft. Unter dem Themenschwerpunkt Presence of the Colonial Past vereinen sich Theaterarbeiten von Brett Bailey, Boyzie Cekwana und Faustin Linyekula, ein Themenwochenende und eine Filmreihe. Denn eine Auseinandersetzung mit der kolonialen Vergangenheit ist für die Zukunft Afrikas ebenso bedeutsam wie für die Zukunft Europas. Neben den Bühnen des Staatstheaters, dem LOT und Räumen im Rebenpark ist eine zentrale Spielstätte ein Zelt im Museumspark als Theater im Park.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks
Generalintendant Braunschweig: Joachim Klement

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Presence of the colonial past

Keinem anderen Kontinent begegnen wir mit einer solchen Ignoranz wie dem afrikanischen. Aber warum ist das so? Der Themenschwerpunkt Presence of the Colonial Past, den das Festival Theaterformen 2010 in Braunschweig veranstaltete, widmete sich dieser Frage in unterschiedlichen Formaten. Eine Filmreihe, vier Theaterproduktionen und ein Themenwochenende thematisierten den europäischen Blick auf den afrikanischen Kontinent. Der hier veröffentlichte Reader dokumentiert die im Rahmen dieses Themenschwerpunkts gesammelten Einblicke, Erlebnisse und Impulse.

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Reader (PDF, nicht barrierefrei)

20 Jahre Festival Theaterformen

2010 sind die Theaterformen 20 Jahre alt geworden. Ein schöner Anlass, um zurück zu blicken. Das umfassende Jubiläumsbuch lässt die elf Editionen der Theaterformen Revue passieren, die zwischen 1990 und 2010 in Braunschweig und Hannover stattfanden. Eine umfangreich bebilderte Chronik ruft noch einmal alle Gastspiele in Erinnerung. Außerdem kommen diejenigen zu Wort, die das Festival geprägt und begleitet haben: Kurator*innen, Künstler*innen, Förderer*innen, Mitarbeiter*innen und Zuschauer*innen berichten über ihre persönlichen Erlebnisse in Braunschweig und Hannover. 20 Jahre Theaterformen lädt ein zu einer Reise durch zwei Jahrzehnte deutscher und internationaler Festivalgeschichte.

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2009

Festival Theaterformen 2009 (Hannover)

Nach der erfolgreichen Eröffnung im Theater am Aegi mit Aurélien Borys Taoub finden viele Produktionen nicht auf den konventionellen Bühnen statt: Dries Verhoevens Niemandsland führt durch Hannover, Some Things Happen All At Once von Rosa Casado und Mike Brookes findet in der Haupthalle des Neuen Rathaus statt und die belgische Kompanie Marius zeigt Samuels Becketts Alle die da fallen im Georgengarten am Wilhelm Busch-Museum. Zum Phänomen Urbane Akteure findet die Tagung Stadtraum und Inszenierung statt. Andreas Kriegenburgs Der Prozess von Franz Kafka feiert im Schauspielhaus neben Alvis Hermanis’ Schukschins Erzählungen und Philippe Quesnes La Mélancholie des Dragons große Erfolge. Auf den Ballhofbühnen sind zu sehen Between the devil and the deep blue sea von 1927, City circus zero work von der andcompany&Co. mit dem Jungen Schauspiel Hannover, The Rehearsal von Cuqui Jerez, Faustin Linyekulas More more more ... future, Patience camp von Thom Luz und La Omision de la Familia Coleman von Timbre 4 / Claudio Tolcachir.

Künstlerische Leitung: Anja Dirks

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2008

Festival Theaterformen 2008 (Braunschweig)

Für den Chor in der antiken Tragödie Die Perser mobilisiert die Regisseurin Claudia Bosse über 300 Laiendarsteller*innen, der ukrainische Künstler Boris Mikhailov hält sie in Porträtaufnahmen fest. Einen kulinarischen Zugang bietet das französische Théâtre Dromesko mit der Suppenkantine La Baraque mit Gesang und Marionetten und die begehbare Torte des Théâtre des Confettis aus Kanada. Sechs Stunden lang halten Ivo van Hoves Schauspieler*innen die Zuschauer*innen mit den Römischen Tragödien in Bann. Als deutscher Regisseur gibt Armin Petras seinen Festival-Einstand mit Zwei arme Polnisch sprechende Rumänen.

Künstlerischer Leiter: Stefan Schmidtke

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2007

Festival Theaterformen 2007 (Hannover)

Ungewöhnliche Formate wie ein Theaterzirkus (Cirque désaccordé aus Frankreich) und ein brasilianisches Jugendprojekt (Afro Reggae) prägen das Programm, das ab 2007 abwechselnd in Braunschweig und Hannover stattfindet. Am Kröpcke spielt das australische Back to Back Theatre ihr Stück Small metal objects zwischen den Passant*innen in der Fußgängerzone. In Koproduktion mit dem Schauspiel Hannover und dem Schauspielhaus Hamburg kommt die Uraufführung von Pornographie von Simon Stephens heraus und wird später zum Theatertreffen eingeladen.

Künstlerischer Leiter: Stefan Schmidtke

Website 2007

2004

Festival Theaterformen 2004 (Braunschweig / Hannover)

Die Auseinandersetzung mit Fundamentalismus und Demokratie bestimmt die gesellschaftspolitische Fragestellung des Festivals. Der libanesische Publizist und Theatermacher Rabih Mroué ist mit zwei Produktionen vertreten (Biokhraphia, Looking for A missing employe), außerdem der polnische Regisseur Krysztof Warlikowski (Macbeth) und die englisch-deutsche Performancegruppe Gob Squad (Room Service). Zu den deutschen Regisseuren zählt erstmals Frank Castorf. Ein breites Dialog-Programm bieten Vorträge und Diskussionen mit Denkern wie Zygmunt Bauman, Slavoj Žižek und Antonio Negri.

Künstlerische Leitung: Veronica Kaup-Hasler
Generalintendant Braunschweig: Wolfgang Gropper 
Schauspielintendant Hannover: Wilfried Schulz

2002

Festival Theaterformen 2002 (Braunschweig / Hannover)

Das internationale Programm prägen Gerardjan Rijnders & Tom Lanoye aus den Niederlanden (Mamma Medea), Richard Maxwell aus den USA sowie Gruppen aus Kroatien und Argentinien, aus dem deutschsprachigen Raum stellen sich Joachim Schlömer (La Guerra d’Amore), Christoph Marthaler und René Pollesch vor. Inspiriert von der Bildenden Kunst finden Arbeiten von David Claerbout und Yang Zhenzhong Eingang, dazu die Inszenierung des Filmklassikers Fahrenheit 451 durch Fred Kelemen. Die gerade gegründete Formation Rimini Protokoll beobachtet in dem Projekt Sonde Hannover die Stadt von oben.

Künstlerische Leitung: Veronica Kaup-Hasler
Generalintendant Braunschweig: Wolfgang Gropper 
Schauspielintendant Hannover: Wilfried Schulz 

2000

Festival Theaterformen 2000 (Braunschweig / Hannover)

Mit einem Schwerpunkt auf Figuren- und Objekttheater bietet die fünfte Ausgabe Inszenierungen aus Australien, Kanada, Russland, Israel, Argentinien. Das kleinste Format ist ein Live-Kino von vier Akteur*innen in einer kleinen Schaubude für eine Person (It’s your film, Stan’s Café, Großbritannien). Aus Südafrika kommt die Handspring Puppet Company des Regisseurs, Filmemachers und Künstlers William Kentridge mit Chimp Project. Pina Bausch (Kontakthof) und der belgische Choreograf Alain Platel (Allemaal Indiaan) geben Einblicke in das zeitgenössische Tanztheater. Weitere Höhepunkte sind Hamlet in der Regie von Peter Zadek (mit Angela Winkler als Hamlet) und Die Zofen (inszeniert und gespielt von Ignaz Kircher und Gert Voss).

Künstlerische Leitung: Marie Zimmermann
Schauspielintendant Hannover: Ulrich Khuon 
Generalintendant Braunschweig: Wolfgang Gropper 

1998

Festival Theaterformen 1998 (Braunschweig / Hannover)

Mit Elmar Goerden (Das Meer war groß), Martin Kusej (König Arthur), Karin Beier (Der Sturm) und dem Ensemble Modern von Heiner Goebbels (Eislermaterial, Schwarz auf Weiß) präsentiert das Festival verstärkt aktuelle deutsche Regiehandschriften. Der unglaubliche Siegeszug des schrägen Rockmusicals Shockheaded Peter von den Briten Julian Crouch, Phelim McDermott und den musizierenden Tiger Lillies auf dem Kontinent beginnt mit der Europa-Premiere in Hannover. Weitere Produktionen stellen die Arbeiten von Jan Fabre (Belgien), Eimuntas Nekrosius (Litauen), Johan Simons (Niederlande) und Forced Entertainment (Großbritannien) vor.

Künstlerische Leitung: Marie Zimmermann
Schauspielintendant Hannover: Ulrich Khuon 
Generalintendant Braunschweig: Wolfgang Gropper 

1995

Festival Theaterformen 1995 (Braunschweig, Wolfenbüttel, Hannover) 

Am 25. April 1995 geschieht in Braunschweig ein folgenschwerer Bühnenunfall: Der eiserne Vorhang kracht aus neun Metern Höhe mit voller Wucht herunter und durchschlägt den Bühnenboden des Staatstheaters. Nach anfänglicher Hoffnung, das Haus doch bis zum Festivalstart am 8. Juni wieder bespielbar zu machen, versagt die Gemeinde-Unfall-Versicherung die Freigabe. „Platzt das Theaterereignis des Jahres“? fragt die Hannoversche Allgemeine Zeitung am nächsten Tag. Dem Festival drohe „ein organisatorisches und finanzielles Fiasko“, da die große Bühne des Staatstheaters Braunschweig, auf der mit Pandurs Göttlicher Komödie und dem südafrikanischen Mama! zwei große Produktionen des Festivals stattfinden sollten, „voraussichtlich erst im August wieder für den Spielbetrieb zur Verfügung stehen werde“. Mit Hochdruck wird nach Ausweichspielorten gesucht. Für das Musical Mama! finden die Festivalmacher*innen eine Industriehalle in Braunschweig, die MAN-Halle 5 am Steinriedendamm. Zwei Teile von Tomaž Pandurs Trilogie der Göttlichen Komödie werden nach Hannover in die sogenannte U-Boot-Halle von Hanomag an der Göttinger Straße „ausgelagert“. Damit ist Hannover erstmals mit im Spiel bei den Theaterformen. Darüber hinaus wird in Wolfenbüttel eine der spektakulären Produktionen des kanadischen Virtuosen Robert LePage gezeigt: Die sieben Ströme des Flusses Ota. Und Anatoliĭ Vasilʹev zeigt dort mit einem jungen Moskauer Ensemble Puschkins Eugen Onegin.

Künstlerische Leitung: Thomas Petz
Generalintendant: Jürgen Flügge

1991

Festival Theaterformen 1991 (Braunschweig / Wolfenbüttel)

Der Schwerpunkt der zweiten Ausgabe, die teilweise auch das benachbarte Wolfenbüttel bespielt, lautet Osteuropa. Zentral sind zwei Auftragsproduktionen: Die Dramatisierung von Dostojewskis Dämonen in der Regie von Lev Dodin, Maly Drama Theater, St. Petersburg und Nathans Tod, Text und Regie von Georges Tabori, als Koproduktion mit dem Bayerischen Staatsschauspiel. Der polnische Regisseur Andrzej Wajda ist mit Hochzeit zu Gast, außerdem der rumänische Regisseur Silviu Purcărete mit König Ubu und Szenen aus Macbeth und der Schweizer Spurensucher und Echosammler Hans Peter Litscher mit Lessing's Blessings.

Künstlerische Leitung: Bernd Kauffmann, Peter Ries
Generalintendant: Mario Krüger

1990

Festival Theaterformen 1990 (Braunschweig)

Im November 1990 wird das Festival in Braunschweig von Bernd Kauffmann aus der Taufe gehoben. Der Etat kommt aus Mitteln der Zonenrandgebietsförderung. Die thematische Auseinandersetzung der ersten Ausgabe gilt William Shakespeare. Dabei werden vor allem zwei Inszenierungen gegenübergestellt: La Tempete, eine Koproduktion mit dem C.I.C.T, Paris, in der Regie von Peter Brook und Titus Andronicus in der Regie von Peter Stein. Kleine Produktionen und ein Rahmenprogramm mit Filmen, Videos, Performances runden das Festival ab.

Künstlerische Leitung: Bernd Kauffmann, Peter Ries
Generalintendant: Mario Krüger