


Emergency Routine
Public Movement
Tel Aviv
Im Innenhof des ehemaligen Gefängnisses entsteht eine kollektive Versammlung: Die Mitglieder von Public Movement laden das Publikum ein, Berührungen aus Krisensituationen zu erproben, die normalerweise in Evakuierungszuständen und akuten Bedrohungssituationen entstehen. Darsteller*innen und Publikum bilden gemeinsam flüchtige Formationen, in denen Autorität und Solidarität zu physischen Handlungen werden: Körper werden gelenkt, getragen, behutsam gestützt oder fixiert. Die ortsspezifische Adaption von Emergency Routine tritt in einen Dialog mit der Architektur der JVA Rennelberg, der Erinnerungen an Regulierung, Einbehaltung und Gewalt eingeschrieben sind. Public Movement erweitern diese um Mitgefühl und Solidarität sowie Choreografien der Fürsorge.
Public Movement ist ein künstlerisches Forschungs- und Performance-Kollektiv, das politische Aktionen im öffentlichen Raum sowie in institutionellen und kulturellen Einrichtungen erforscht und inszeniert. Seit 2006 schafft es performative Aktionen und Choreografien, die die historische Rolle öffentlicher Räume bei der Gestaltung des zivilgesellschaftlichen Lebens, kultureller Identitäten und Formen der Zugehörigkeit untersuchen. Ihre Praxis bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst und Geschichte.
Angaben zur Produktion
Public Movement Mitglieder: Meshi Olinky, Tal Adler, Ma'ayan Choresh, Avshalom Latucha, Gali Libraider, Public Movement Leitung / Regie: Dana Yahalomi, Musik: Yoni Silver, künstlerische Beratung: Tal Yahas, Fotos: (1) Anne Maniglier, (2 & 3) Ricard Estay
Emergency Routine (2019) ist ein Auftragswerk der Public Art Agency Sweden. Es entstand während des Residenzprogramms von Public Movement am Center for Contemporary Art in Tel Aviv und bei Iaspis in Stockholm (Mai 2019).