Historische Führung: JVA Rennelberg

in Kooperation mit der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel

In Kooperation mit der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel bieten wir historische Führungen durch die ehemalige JVA Rennelberg an. Martina Staats, Historikerin und Leiterin der Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel, führt während des Festivals jeweils samstags und sonntags um 11 und 14 Uhr in kleinen Gruppen durch das ehemalige Gefängnis. Dabei erläutert sie die Geschichte der Institution und die historischen Besonderheiten des Außengeländes und der Zellentrakte. 

Die Justizvollzugsanstalt Rennelberg wurde 1884 erbaut und war bis zu ihrer Schließung 2024 in Betrieb. Ihre Besonderheit war der Frauentrakt, der im Landkreis zur Zeit von Erbauung und Nationalsozialismus einzigartig war und daher alle weiblichen Strafverfolgten aus der Region inhaftierte. Während der NS-Zeit wurden in der JVA Rennelberg vor allem politische Gegner*innen der Nationalsozialisten inhaftiert, die zu großen Teilen anschließend in der JVA Wolfenbüttel hingerichtet wurden. Seit 2025 steht die ehemalige JVA Rennelberg zum Verkauf und Historiker*innen und Politiker*innen setzen sich für die Einrichtung eines Gedenkortes auf dem Gelände ein. 

 

Die Gedenkstätte in der JVA Wolfenbüttel forscht und arbeitet zum Thema Justiz und Strafvollzug im Nationalsozialismus. Am historischen Ort des ehemaligen Strafgefängnisses Wolfenbüttel, in dem 1937 eine Hinrichtungsstätte eingerichtet wurde, erinnert sie an die Rolle der Justiz in dieser Zeit. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Erinnerungskultur sowie der Kontakt und die Zusammenarbeit mit Angehörigen ehemaliger Inhaftierter und Hingerichteter. Die Gedenkstätte ist Teil der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.