Eine Gruppe von Menschen zieht an einem Tau. Auf der linken Seite zieht eine einzelne Frau, ganz in Weiß gekleidet, mit großem Einsatz am Seil und lehnt sich dabei nach hinten. Auf der rechten Seite zieht eine Gruppe in die entgegengesetzte Richtung. Die Szene spielt in einem schlichten Raum mit weißer Wand und gefliesten Boden.
Publikum sitzt und steht in einem dunklen Raum und beobachtet eine Performance, die hinter einer transparenten Trennwand stattfindet. Die Szene auf der Bühne ist nur schemenhaft zu erkennen. Die Bühne ist warm beleuchtet, während der Zuschauerraum im Halbdunkel bleibt.
Ein dunkler Raum, oben werden auf einer großen Leinwand mehrere Live-Videobilder gezeigt werden. Darunter öffnet sich eine Tür, durch die eine Person als Silhouette in einen beleuchteten Raum tritt. Die Szene vermittelt eine kontrollierte, beobachtende Atmosphäre.

Reality Show

MEXA

São Paulo

Einander fremde Menschen leben zusammen auf engem Raum. Vom Frühstück bis hin zu Freund*innenschaften und Konflikten – alles wird von Kameras aufgezeichnet. MEXA holen für Reality Show bekannte Mechanismen des Reality-TV auf eine Bühne. Der Wohnraum wird zum Filmset. Möbel und Kameras erscheinen und verschwinden nach und nach, Live-Projektionen werden in Echtzeit geschnitten. Das Kollektiv entstand in einer öffentlichen Unterkunft für obdachlose Menschen in São Paulo. Dort kamen ständig neue Personen an, andere wurden plötzlich ausgeschlossen, weil sie gegen die Regeln verstoßen hatten – ein erzwungenes Zusammenleben unter permanenter Überwachung. Reality Show spiegelt sowohl ihre früheren Erfahrungen des kollektiven Zusammenlebens als auch ihr gegenwärtiges Leben im Theater wider. Das Stück schafft Sichtbarkeit ohne Macht, Glamour, der zu Erschöpfung führt und Intimität, die zur Transaktion wird. Durch Eliminierungsrunden reflektiert MEXA die eigene Entwicklung: die Arbeit mit Autobiografie und Formen des dokumentarischen Theaters ebenso wie die Erfindung von Lebensentwürfen auf der Bühne, die außerhalb von ihr nicht möglich wären. Sind Geschichten von Entbehrung und Mangel diejenigen, die am ehesten „die Show gewinnen“? Zugleich deutet das Stück an, wie Fiktion zu einer Strategie der Zugehörigkeit werden kann und wie wir alle mitunter Versionen unserer selbst aufführen, um akzeptiert zu werden.

 

MEXA wurde 2015 in  einer öffentlichen Unterkunft für obdachlose Menschen in São Paulo gegründet. Seitdem er­forscht das Kollektiv die Beziehung von Leben und Kunst, Straße und Institution sowie Politik und Ästhetik. Ihre Arbeiten bewegen sich in den Grenzbereichen zwischen Realität und Fiktion und verbinden dabei fließend Performance, Theater, Video und Fotografie. 2024 waren sie mit The Last Supper beim Festival Theaterformen zu Gast.

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Angaben zur Produktion

Konzept: MEXA, Regie & Dramaturgie: João Turchi, von und mit: Aivan, Ale Tradução, Dourado, Laysa Elias, Lucas Heymanns, Ph VerissimaPodeserdesligado, Suzy Muniz, Tatiane Arcanjo, Veronika Verão, Recherche & Regieassistenz: Lucas Heymanns, Sounddesign & Originalmusik: Podeserdesligado, Videoperformance, Videokreation und technische Leitung: Laysa Elias, Bühnenbild: Vão, Lichtdesign & Videoinstallation: Bio Riff, Juliana Bucaretchi, Kamera: Fagner Lourenço, Lichttechnik: Claudi, Produktionsdesign: Lu Mugayar, Kostümdesign: Anuro Anuro, Cacau Francisco, Grafikdesign: Margem, Produktionskoordination: Francesca Tedeschi / Casa do Povo, Originalsong: Dourado, Choreografie: Alexandre Paulikevitch, Dramaturgische Mitarbeit: Julia Pedreira, Dank an: Guilherme Giufrida, Casa do Povo team, Esponja,
Fotos: (1) Laysa Elias, (2 & 3) Levi Fanan

Produktion: MEXA, Koproduktion: Kunstenfestivaldesarts, Casa do Povo, Sophiensaele, Festival d'Automne à Paris

MEXA ist seit 2016 ein assoziiertes Kollektiv von Casa do Povo.