Eine schwarze Fläche, darauf eine Grafik von Denilson Baniwa. Die bunte Zeichnung zeigt verschiedene Lebewesen wie eine Wildkatze, Fische, Affen, Vögel und verschiedene Pflanzen neben- und aufeinander.
Eine schwarze Fläche, darauf eine Grafik von Denilson Baniwa. Die bunte Zeichnung zeigt verschiedene Lebewesen wie Schlangen, Vögel, Insekten, Schildkröten, Fische und Pflanzen neben- und aufeinander.
Eine schwarze Fläche, darauf eine Grafik von Denilson Baniwa. Die bunte Zeichnung zeigt verschiedene Lebewesen wie Frösche, Insekten, Fische und Pflanzen neben- und aufeinander. Rechts daneben ist eine sitzende Menschengestalt zu erkennen.

KO'EYENE

Denilson Baniwa, Naine Terena, Gustavo Caboco, Jamille Pinheiro Dias

PERFORMANCES | INSTALLATIONEN | WORKSHOPS | FILME | KONZERTE 

Ko'eyene bringt Indigene Künstler*innen aus diversen südamerikanischen Gemeinschaften und Regionen nach Braun­schweig, um einen interkulturellen Dialog zu ermöglichen, der von ihnen selbst gestaltet wird. Im Theaterpark entsteht ein Ort der Solidarität und des kollektiven Handelns, um sich gemeinsamen Herausforderungen unserer Zeit zu stellen und für Indigene Rechte und Souveränität auf einer transnationalen Ebene einzutreten.

Ausgehend von der Vielfalt an Baumarten, die das Staatstheater Braunschweig im Theater- und Museumpark umgeben, lädt das Festival Theaterformen 2024 zu einer Reise durch das Gewebe von Zeit ein. Inspiriert von der Idee „Ko'eyene”, das in der Indigenen Gemeinschaft der Terena „Heute“ bedeutet, wollen wir gemeinsam über Zeit jenseits einer Chrono­logie nachdenken. Die im westlichen Denken vorherrschende lineare Vorstellung von Zeit wird durchbrochen und alter­native Zeitlichkeiten, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gleichzeitig umfassen, werden sich entfalten. Ko'eyene zelebriert diese Verflechtungen und bezieht alle Wesen mit ein, die den Park durchqueren – sowohl menschliche als auch nichtmenschliche. Wie können wir die Frage nach der Vergangenheit und Zukunft stellen, während die Dinge und Wesen im Hier und Jetzt existieren? Welche einzigartigen Perspektiven eröffnen uns die einzelnen Bäume dieser Parks?

Die Kurator*innen des Projektes sind Denilson Baniwa, Naine Terena, Gustavo Caboco und Jamille Pinheiro Dias. Die von ihnen eingeladenen Indigenen Künstler*innen und Kollektive zeigen nicht nur interdisziplinäre Arbeiten, die das Wissen der Vorfahr*innen und die andauernden Kämpfe gegen das koloniale Erbe mitdenken, sondern lassen uns dieses Wissen gemeinsam praktizieren. Die Interdisziplinarität zeigt sich in der Vielfalt ihrer Praktiken, die über Performance, Installation, Keramik, Fotografie, Videoprojektion und Flechtkunst reichen – sie umfassen die materielle Kultur und Technik verschiedener Indigener Gemeinschaften. Die Künstler*innen kommen aus den Gemeinschaften der Baniwa, Terena, Wapichana, Macuxi, Shipibo-Konibo, Kadiwel, Karapotó und Qom. Ihre Perspektiven sind durch verschiedene kulturelle Kontexte geprägt – und verbunden durch ihre jeweiligen Kosmologien, den gemeinsamen Kampf gegen den Extraktivismus und die Verteidigung von traditionellem Wissen, Praktiken und Territorien.

Das vollständige Kurator*innenstatement zu Ko'eyene finden Sie unter dem folgenden Link: Kuratorisches Statement

Von und mit Denilson Baniwa, Fran Baniwa, Francisco Baniwa, Lilly Baniwa, Gustavo Caboco, Roseane Cadete, Wihtner FaGo & Chana Dávila, Idjahure Kadiwel, Ziel Karapotó, Eskina Qom & Ema Cuañeri, Georgina Sarmento, Dhoze Terena Kali Sini, Irineu Nje'a Terena, Naine Terena, Niara Terena, Jamille Pinheiro Dias und vielen mehr.

Das vollständige Programm finden Sie ab Juni hier auf www.theaterformen.de

 

Denilson Baniwa wurde in Barcelos, Amazonas, geboren und gehört zur Gemeinschaft der Baniwa. Er ist bildender Künstler, Kommunikator und Aktivist für die Rechte Indigener Gemeinschaften. Derzeit lebt er in Niterói, wo er gemeinsam mit Freund*innen Rádio Yandê, einen wichtigen Indigenen Kommunikationskanal, gegründet hat. Als Künstler beschäftigt er sich mit der Präsenz Indigener Gemeinschaften in der Geschichte Brasiliens und versucht, das Wissen über Indigene Kulturen und Präsenz zu erweitern. Er stellte auf der Biennale von São Paulo (2023) aus und kokuratierte 2024 gemeinsam mit Arissana Pataxó und Gustavo Caboco den Hãhãwpuá Pavillon auf der Biennale von Venedig.

Naine Terena ist Angehörige der Terena-Gemeinschaft und arbeitet als Forscherin, Universitätsdozentin, Kuratorin, Künstlerin und Kunstpädagogin. Seit 2012 leitet sie das Kulturunternehmen “Oráculo comunicação, educação e cultura” (Orakel Kommunikation, Bildung und Kultur). Das Unternehmen fördert Maßnahmen auf dem soziokulturellen Markt und zielt darauf ab, Waren und Dienstleistungen anzubieten, die eine positive Auswirkung auf ihre Umgebung haben und versucht durch Kommunikation, Kunst und Kultur Lösungen für Fragen des alltäglichen Lebens mitzugestalten.

Gustavo Caboco gehört der Gemeinschaft der Wapichana an und arbeitet in den Bereichen Bildende Kunst, Literatur und Film. Seine künstlerische Produktion umfasst die Bereiche Zeichnung, Malerei, Textilien, Installation, Performance, Fotografie, Video, Ton sowie Text und stellt Mittel zur Reflexion über die Vertreibung Indigener Körper, die Prozesse der (Re-)Territorialisierung und die Produktion von Erinnerung zur Verfügung. Zu seinen wichtigsten Ausstellungen gehörte die Teilnahme an der 34. Biennale von São Paulo im Jahr 2021. Zusammen mit Arissana Pataxó und Denilson Baniwa war er 2024 Kokurator des Hãhãwpuá-Pavillons auf der Biennale von Venedig.

Jamille Pinheiro Dias ist Dozentin und Direktorin des Zentrums für Lateinamerika- und Karibikstudien an der Universität London. Ihre Forschungsschwerpunkte befassen sich mit kultureller Produktion im Amazonasgebiet, Umweltgeisteswissenschaften, Indigene Künste und Fragen der Übersetzung im Zusammenhang mit Lateinamerika mit Schwerpunkt Brasilien.


Angaben zur Produktion

Grafik Denilson Baniwa

KO’EYENE wird gefördert durch die Kulturstiftung des Bundes, gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.